Zwei Rugby-Fakten:

  • In England gibt es 2.549.196 aktive Rugbyspieler,
    in Neuseeland sind es 137.835,
    in Tonga 6.891 und
    in Deutschland 14.000 (Tendenz steigend).
  • Im Jahr 1886 erhielt man für einen Versuch nur einen Punkt, dafür aber 3 Punkte für die Erhöhung.
 
 
 

Entstehung

Der Legende nach wurde Rugby im Jahre 1823 erfunden, als der Schüler William Webb Ellis den Ball während eines aussichtslosen Fußballspiels „in einer feinen Missachtung der Regeln“ in die Hand nahm, seine Gegner bestimmt aus dem Weg räumte und den Ball ins gegnerische Tor trug. So schön diese Geschichte auch sein mag, belegt ist sie nicht.

     

Fakt ist:

Rugby ist ein Mannschaftssport mit Vollkontakt. Es geht darum, den Ball am Ende des Spielfeldes abzulegen. Der Raumgewinn muss erlaufen werden, das bedeutet dass der Ball nur nach vorne getragen (oder gekickt) und nach hinten gepasst werden darf. Hier kommt der Kontakt ins Spiel: Um den Raumgewinn zu erleichtern, darf der Körper eingesetzt werden. Man darf sich also nach bestimmten Regeln durchboxen. Dabei entsteht ein facettenreiches Spiel.

Entscheidend beim Rugby ist, dass es kaum einen Mannschaftssport gibt, bei dem der Einzelne so wenig erreichen kann. Es kommt darauf an, dass das Team uneingeschränkt für einander kämpft - nur so kann man Erfolg haben.

Rugby hat sich im gleichen aristokratischen Umfeld wie Fußball entwickelt. Im Gegensatz zum Fußball hat sich aber der Wertekanon aus der Anfangszeit erhalten. Dieser beinhaltet sportliche Fairness auf dem Platz und vornehmes Auftreten neben dem Platz.

Besonders verbreitet ist Rugby in Ländern des alten Commonwealth und einigen anderen. Bedeutende Nationen sind die britischen Länder, Ozeanien, Südafrika, Frankreich, Italien, Argentinien, aber auch „Exoten“ wie Georgien oder Namibia spielen seit Jahren auf hohem Niveau. In Deutschland ist Rugby bisher eher eine Randerscheinung, die jedoch stetig wächst. Es lässt sich ein regelmäßiger Zulauf von 10% pro Jahr beobachten. Außerhalb von Deutschland ist Rugby sehr populär: Das Finale der Rugby-WM gehört zu den größten Sportereignissen der Welt.

Rugby kann man in verschiedenen Varianten spielen. Der Hauptunterschied dabei ist jeweils die Anzahl der Spieler. Die meistverbreiteten Varianten sind Rugby Union mit 15 Mann pro Mannschaft und das schnelle Siebenerrugby.

Rugby Union (15er-Rugby)

Beim Rugby Union handelt es sich um die älteste Form des Rugbyspiels wie es bis heute gespielt wird. Es treten zwei Mannschaften mit jeweils 15 Spielern gegeneinander an und versuchen, das Spiel in 2x40 Minuten zu gewinnen. Die Mannschaften sind ihrerseits unterteilt in zwei Mannschaftsteile, nämlich den Sturm und die Hintermannschaft. 

Die Aufgabe des Sturms ist es, den Ball über körperliche Kraft in vielen Kontaktsituationen nach vorne zu bringen. Folglich ist der Sturm durch körperlich robuste Spieler besetzt.

Im Gegensatz zum Sturm versucht die Hintermannschaft ihre Schnelligkeit ins Spiel zu bringen und Raumgewinn über weite Pässe und lange, schnelle Läufe zu erzielen. Deshalb ist die Hintermannschaft in der Regel von leichteren, flinkeren Spielern besetzt.

     


Siebenerugby

      Beim Siebenerrugby treten jeweils sieben Spieler pro Mannschaft in 2x7 Minuten an. Die Größe des Spielfeldes ist jedoch die gleiche wie bei der 15er Variante. Dadurch entsteht ein sehr schnelles, sehr laufintensives Spiel, das in kürzester Zeit viele spektakuläre Läufe hervorbringt. Diese hervorragend für Turniere geeignete Variante besticht durch das Spektakel und ist ab der Olympiade 2016 in Rio de Janeiro olympische Disziplin.

Grundsätzlich gilt:

Im Rugby findet sich für jeden eine geeignete Spielpositionen: Egal ob dick oder dünn, schnelll oder langsam, ja sogar ob man eher ruhiger oder etwas lautstark ist - die gute Mischung macht ein erfolgreiches Team, egal in welcher Kombination.

Rugby-Regeln

In den Grundzügen sind die Regeln beim Rugby recht einfach. Das Spielfeld hat die Größe eines Fußballfeldes, gespielt wird je nach Variante 2x40 oder 2x7 Minuten.

Die allerwichtigste Regel ist: Der Ball darf nicht nach vorne gepasst werden. Wird der Ball dennoch nach vorne gepasst oder sonstwie mit den Händen nach vorne bewegt, so gilt dies als Foul. Aber: Man darf den Ball nach vorne treten. Dabei ist zu beachten, dass der Spieler, der den Ball nach dem Tritt aufnimmt, zum Zeitpunkt des Tritts hinter dem Ball gewesen sein muss.

Auch das Tackle ist reguliert: Man muss seinen Gegner kontrolliert zum Boden bringen und darf keinesfalls über der Schulterlinie tackeln. Das sind glasklare Grundzüge der Fairness, die mit Sicherheit zu tun haben.      

      Weiterhin gibt es drei verschiedene Standardsituationen, die situativ angeordnet werden. Bei einem Foul wie einem Vorball wird ein Scrum (deutsch: Gedränge) angeordnet. Dabei stehen sich die beiden Sturmreihen ähnlich einer antiken Schildkrötenformation der griechischen Phalangen gegenüber und versuchen, den Ball zu gewinnen, indem sie die gegnerische Sturmreihe zurückdrücken.
Bei schwereren Regelverstößen, wie dem Tackle über der Schulterlinie (High Tackle) wird auf einen Straftritt entschieden. Das heißt, die zu strafende Mannschaft verliert den Ball und muss sich 10 Meter zurück bewegen. Rollt der Ball ins Seitenaus, gibt es eine so genannte Gasse als Einwurf.      

      Punkte kann man auf verschiedene Weise erzielen. Legt man den Ball hinter der gegnerischen Linie ab, nennt man dies "Versuch" und es gibt dafür 5 Punkte. Jeden Versuch darf man durch einen Kick erhöhen. Dafür gibt es im Erfolgsfall 2 weitere Punkte. Ein direkt verwandelter Straftritt ist 3 Punkte wert. Schließlich kann man noch durch einen Dropkick aus dem Spiel heraus 3 Punkte erzielen.

Rugby in Erfurt

Wer nun denkt, ein Haufen wilder Kerle würde sich in unregelmäßigen Abständen treffen, um sich auf den Latz zu geben, der irrt sich. Zunächst einmal sind die Erfurt Oaks weit mehr als nur ein Haufen Kerle. Es gibt eine Herrenmannschaft, eine Damenmannschaft und sogar eine Schülermannschaft. Gegründet wurden die Erfurt Oaks im Jahre 2001.      

Sowohl die Herren als auch die Damen treten derzeit in der Mitteldeutschen 7er-Liga an. Die Herren spielen darüber hinaus regelmäßig Freundschaftsspiele in der 15er-Variante. Die Schülermannschaft spielt sogar bisweilen auf internationaler Ebene – zuletzt bei den United World Games in Klagenfurt.

     

Alle drei Mannschaften trainieren zusammen. Besonderen Stellenwert hat hier die Fitness, denn eine gute Fitness ist nicht nur Grundlage für erfolgreiches Spiel, sondern elementar wichtig für die Sicherheit. Wer gut in Form ist, verletzt sich seltener. Weitere wichtige Trainingsinhalte sind Ballfertigkeiten wie Passen und Kicken, aber auch Tackling-Technik.

Im Vordergrund steht, die Grundtechniken sauber zu beherrschen. Die Höhepunkte im Training sind natürlich die Trainingsspiele, denn in ihnen können die Grundtechniken gefestigt werden und es entwickelt sich das Spielgefühl.

Zukunftsweisend ist die Partnerschaft der Erfurt Oaks mit der Edith-Stein-Schule in Erfurt. Aus dieser Partnerschaft geht die Schülermannschaft hervor und damit der Unterbau für die Herrenmannschaft. Außerdem dürfen die Erfurt Oaks während der Wintermonate die schuleigene Sporthalle nutzen.